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Sonntag, 16. November 2025

[Club LiterAUTur] - Dunkles Kapitel




Servus und herzlich willkommen zum letzten Treffen des Club LiterAUTurs … für dieses Jahr.

Auch wenn, das Jahr 2025 schon bald vorbei ist, möchten wir die Bedeutung dieses Jahres für Österreich noch einmal hervorheben. 2025 ist das Jahr der Jubiläen. 30 Jahre EU-Beitritt, 70 Jahre Neutralität und 80 Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergangen. Ascari, Gabi, Nicole und ich haben uns deshalb gefragt, wie wir diesen Meilensteinen gerecht werden könnten. 

Normalerweise wird’s im Club Stüberl immer etwas lauter, es wird viel gelacht und über vieles ausgetauscht. Doch heute schwebt eine schwere Melancholie über unseren Köpfen und jeder von uns vier hängt seinen eigenen Gedanken zum dunkelsten Kapitel Österreichs nach.

Die Erste, die ihr Schweigen bricht, ist Nicole.


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Wenn ich an die dunkelsten Kapitel unserer Geschichte denke, spüre ich noch heute Fassungslosigkeit. Es ist eine tiefe, stille Betroffenheit, die ich dabei fühle. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der das Erinnern und Aufarbeiten des Nationalsozialismus festen Platz im Unterricht hatte. Wir besuchten Gedenkstätten, sahen Dokumentationen, lasen Zeugnisse von Überlebenden. Und es bleiben viele Fragen und Bilder, wie z.B. von Orten wie dem Konzentrationslager Mauthausen, von Erzählungen meiner Großeltern, von Blicken, in denen Schmerz und Schweigen nebeneinander existierten. Ich gehöre wohl zur letzten Generation, die noch persönlich davon gehört hat, und die Aufgabe hat, weiterzuerzählen, damit die Erinnerung nicht verblasst.

Ein Buch, das mich schon früh geprägt hat, ist „Abschied von Sidonie“ von Erich Hackl. Es erzählt die wahre Geschichte eines Roma-Mädchens, das als Säugling vor dem Krankenhaus Steyr gefunden wird und in einer liebevollen Pflegefamilie aufwächst, bis sie die Schatten der NS-Zeit einholen. Hackl schreibt schlicht und sachlich, und gerade diese Nüchternheit verleiht seiner Erzählung Tiefe. Ohne Pathos, aber mit großem Mitgefühl erinnert er an ein Kind, das geliebt wurde, und dessen Schicksal nicht vergessen werden darf.

Für mich ist „Abschied von Sidonie“ eines der wichtigsten Bücher der österreichischen Buchlandschaft. Es steht für das Bewahren, für das Erinnern und für die Menschlichkeit, die nie verloren gehen darf. Bücher wie dieses machen Geschichte greifbar, ganz ohne Zahlen und Daten, sondern über Schicksale und Namen. Sie zeigen, dass Erinnern nicht nur eine Rückschau ist, sondern eine Verantwortung für die Gegenwart und für die Zukunft, die wir gestalten.

Gerade in Zeiten, in denen Hass, Ausgrenzung und Geschichtsvergessenheit lauter werden, ist es umso wichtiger, sich zu erinnern. Das Lesen, das Weitererzählen und das Bewahren dieser Geschichten sind Akte des Respekts für die Opfer dieser Zeit und ein Ausdruck unserer Menschlichkeit. Denn damit schauen wir nicht nur auf die Vergangenheit, sondern ziehen Lehren, Kraft und Mitgefühl für die Zukunft. Vielleicht kann uns die Geschichte eines kleinen Mädchens namens Sidonie Adlersburg, mit fröhlichem Lachen und gelockten Haaren, genau daran erinnern.


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Wie wahr. Es ist verdammt wichtig auch die nachfolgende Generationen auf die NS-Zeit aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren, denn Menschlichkeit und Gemeinschaft scheint in der heutigen Zeit neben dem Individualismus und Egoismus ein wenig unterzugehen.

Für eine ausführliche Rezension schaut gerne auf Nicoles Blog Zeit für neue Genres vorbei. 

Perspektivisch bleiben wir nun bei Kindern, denn in meinem Buch begleiten wir den elfjährigen Ludi, der mit seinen Eltern und seinem Bruder von Südtirol ins Deutsche Reich auswandert.

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Wenn ich an die dunklen Zeiten Österreichs denke, dann denke ich an den Geschichtsunterricht in der Schule zurück. Auch wir haben das Thema intensiv betrachtet und uns diverse Dokumentationen angesehen und jedes Mal war ich von den Geschichten und Schicksalsschlägen berührt. Damals wie heute bewunderte ich die Stärke und den eisernen Willen der Überlebenden. Besonders betroffen macht mich der damalige Umgang mit Menschen mit Behinderung. Eine Randgruppe unserer Gesellschaft, die damals wie Dreck behandelt wurde, als wären diese Menschen wertlos. Zum Glück haben sich die Zeiten geändert, auch wenn noch ein langer und steiniger Weg zur vollständigen Inklusion vor uns liegt.

Deshalb habe ich heute eine Buchempfehlung mitgebracht, die einem zum Nachdenken anregen soll. An dieser Stelle danke an Gabi, die mir das Buch als kleinen Hinweis gegeben hat, da ich mir mit der Buchauswahl diesmal verdammt schwer getan hab und das Lesen auch ziemlich lang vor mir hergeschoben hab. 


„Ein Hund kam in die Küche“ handelt von Ludi, seinen Eltern und seinem Bruder Hanno, die aus Südtirol ins Deutsche Reich auswandern. Das Buch thematisiert die Traumata, Schicksalsschläge, mit denen sie leben, und Menschen, die die Familie auf ihrer Reise zurücklassen mussten. Je länger der Krieg dauert, desto mehr möchte Ludi das Erlebte verstehen, doch als Kind kann man was man sieht und was politisch, machtmäßig dahintersteht, nicht begreifen. So sehr er es auch versucht. 

Mit „Ein Hund kam in die Küche“ von Sepp Mall habe ich dank euch einen Glücksgriff gelandet, denn der Autor beschreibt die Gräueltaten und Zustände in der damaligen NS-Zeit durch die Perspektive eines Kindes. Dadurch werden die Geschehnisse zwar erzählt und sehr bildhaft und emotional dargestellt, aber die Grausamkeit, die wir als Erwachsene mit dieser Zeit verbinden, findet sich nicht in der Geschichte oder im Schreibstil wieder. Beispielsweise denkt Ludi, dass sein beeinträchtigter Bruder, Hanno, in eine „Pflegeanstalt“ bei Innsbruck kommt, in der er endlich normal sprechen und gehen lernt und danach zu seiner Familie zurückkommt. Als Erwachsene haben wir miterlebt, gelesen oder in der Schule gelernt, was mit Menschen mit Behinderung tatsächlich passiert ist. 

Für mich ist der Roman ein gutes Buch, welches zwar mit 192 Seiten zwar sehr dünn ist, aber inhaltlich sehr gewaltig und ehrlich über diese Zeit spricht.

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Weiter geht’s mit Gabi, deren Buch die schwierige Situation der Juden zu dieser Zeit behandelt. Gabi, du hast das Wort.

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Immerhin schon 87 Jahre ist es her, dass Österreich an das nationalsozialistische Deutsche Reich angeschossen wurde und die Mehrheit der Österreicher das bejubelte. Doch je mehr rechte und rechtsradikale Gruppierungen heute in der europäischen Politik an Einfluss gewinnen, desto wichtiger ist es, zu mahnen und allen ins Gedächtnis zu rufen, was damals passierte. Damit wir diese schreckliche Zeit nicht vergessen, sondern daraus lernen und es nicht nochmal so weit kommen lassen.

Der britische Thrillerautor John Matthews hat unter dem Pseudonym J. C. Maetis mit seinem Buch „The Vienna Writers“ an die jüdischen Mitglieder seiner Familie erinnert, die das dritte Reich nicht überlebten.

Maetis erzählt die Geschichte zweier Wiener Schriftsteller, Cousins aus einer jüdischen Familie, auf eine so packende Weise, dass man hautnah dabei ist und keine Distanz hat zu dem, was ihnen widerfährt. „The Vienna Writers“ ist ungeheuer spannend, denn obwohl man weiß, wie das dritte Reich historisch endet, gibt es für Mathias und Johannes oft genug mehrere Möglichkeiten, sich zu entscheiden und man ahnt genauso wenig wie die beiden, welcher Weg der richtige für sie ist. Sie begegnen Angst, Gleichgültigkeit, Hass, aber auch Hilfsbereitschaft und ihre Geschichte rüttelt einen als LeserIn ordentlich durch. „The Vienna Writers“ ist ein Buch, das noch lange nachhallt. Ich kann es nur allen sehr ans Herz legen.



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Danke Gabi, das Buch werde ich mir definitiv mal näher anschauen. Dafür hast du uns ja gleich mal den Link zu deiner Rezension dagelassen. Schaut auch gerne bei Gabis Blog Laberladen vorbei.

Den Abschluss unseres Clubtreffens macht heute Ascari, die die NS- Zeit biografisch aufgreift. 



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Ich lese eigentlich nicht oft historische Biografien – und schon gar nicht, wenn sie mehr als 400 Seiten haben. Aber „Hitlers Wien“ kann man heute durchaus schon als einen Klassiker bezeichnen, auch wenn die mittlerweile verstorbene Autorin auch über andere historische Persönlichkeiten Bücher verfasst hat. Vor einiger Zeit ist eine überarbeitete Neuauflage von diesem Buch im Molden Verlag erschienen, die die Quellen neu bewertet und daher auch einige Details aus dem Original richtigstellt.

Eins muss einem bei der Lektüre dieses Buchs auf jeden Fall klar sein: Hamanns Buch ist kein weiterer Versuch, Hitler zu „erklären“, sondern eine Spurensuche in einer Stadt, die ihn in jungen Jahren geprägt hat und in der vieles schon gegärt hat, was später in die Umbrüche des Ersten Weltkriegs münden sollte. Denn: Das Wien der Jahrhundertwende ist eine Stadt der massiven Gegensätze, schillernd und düster zugleich. Auf der einen Seite Jugendstil, Kaffeehäuser und Künstlerträume, auf der anderen politische Spannungen, Armut und Antisemitismus, eingebettet in den bröckelnden Vielvölkerstaat der Donaumonarchie.

In diesem Umfeld lebt der junge Hitler als gescheiterter Kunststudent, der sich durchs Leben schlägt und nach Schuldigen sucht. Hamann beschreibt diese Jahre mit beeindruckender Genauigkeit: Sie wertet Fotos, Archive, Meldezettel und Zeitungsberichte aus und entlarvt viele Mythen, die Hitler später über sich selbst verbreitet hat. Besonders beeindruckt hat mich in diesem Zusammenhang die umfangreiche Arbeit mit den Quellen, denn vieles muss heute mit sehr kritischen Augen gelesen werden, da auch die „Zeitzeugenberichte“ aus den unterschiedlichsten Motiven heraus entstanden sind.

Manche Passagen sind dicht und detailreich (für meinen Geschmack manchmal fast ein bisschen zu sehr :D), aber das Buch liest sich nie trocken und langweilig. Stattdessen hatte ich das Gefühl, wirklich dabei zu sein: in den Straßen Wiens, zwischen Bettlern, Antisemiten, Arbeitern und Intellektuellen.

Am interessantesten fand ich allerdings die Tatsache, dass nach wie vor ungeklärt ist, wann sich Hitler wirklich zu einem Antisemiten entwickelt hat, denn selbst in seiner Wiener Zeit pflegte er durchaus noch Beziehungen zu verschiedenen Wiener Juden – und das war mir bis zum Lesen des Buchs nicht bewusst. Obwohl Hitler praktisch mit dem Antisemitismus von frühesten Kindesbeinen an aufgewachsen ist, liegt dieses Geheimnis nach wie vor im historischen Dunkel, denn in München kam er bereits als ausgemachter Judenhasser an …

Daher mein Fazit: „Hitlers Wien“ ist kein Buch, das man so einfach nebenbei liest – aber eins, das nachhallt. Brigitte Hamann hat nicht nur ein Stück Aufklärung betrieben, sondern auch ein Werk geschaffen, das uns zeigt, wie Geschichte entsteht: langsam, schleichend, im Alltag.

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Für heute sind wir mit unserem Treffen am Ende angelangt. Ich bin mir aber sicher, dass dieses Treffen, wie auch unsere vorgestellten Bücher, noch etwas nachhallen werden. 

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Ascari, Gabi und Nicole für die Zusammenarbeit und die lustigen und spannenden Diskussionen bedanken. Es macht auch nach 4 Jahren unglaublich viel Spaß mit euch. Auf ein erfolgreiches 5. Club LiterAUTur Jahr.

Eines kann ich euch aber schon mal verraten: Wir starten bei Gabi und mit einem sehr traditionellen Thema ins Jahr 2026. Also haltet schon mal euer Dirndl und die Lederhose bereit.


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Servus, pfiat God und auf Wiedersehen!

Für heute ist das Clubtreffen schon vorbei. 
Ich bedanke mich recht herzlich für euren Besuch!

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War heute etwas für euch dabei?

Sonntag, 21. Mai 2023

Club LiterAUTur - Learning




Servus und grias eich im Stüberl des Club LiterAUTur, 

schön, dass ihr wieder mit dabei seid, wenn sich alles um Buchempfehlungen aus dem schönen Österreich dreht. 

Apropos Österreich. Da war doch ein Ereignis, welches jedes Bücherherz höher schlagen lässt: die Leipziger Buchmesse. Diesmal mit Gastland Österreich. Das Beste daran, der Club LiterAUTur war dort zu ¼ vertreten. 

Was bei mir natürlich folgende Fragen aufwirft: Gabi, wie hat dir Österreich als Gastland bei der LBM 2023 gefallen? Was gab’s zu sehen?

Als Mitglied im Club LiterAUTur konnte ich da natürlich nicht am Stand Österreichs vorbei gehen, ohne mich ausführlich umzusehen. Schon für das Motto musste man ein bisschen Hirnschmalz investieren. Wer kann “mea ois wia mia” übersetzen? (Nicht-Österreicherinnen sind hier gemeint, bei ÖsterreicherInnen setze ich voraus, dass sie das verstehen). Es waren verschiedene Verlage, unter anderem Empire, Milena und Carl Ueberreuter, die Interessengemeinschaft Österreichischer Autorinnen und Autoren oder auch die Grazer AutorInnen Versammlung (die witzigerweise gar nicht in Graz, sondern in Wien sitzt), waren hier vertreten. Mit der Autorin Drea Summer (Homepage) kam ich ins Gespräch. Sie schreibt Krimis und Thriller und schon die Cover ihrer Bücher haben mir optisch angezeigt, dass das genau mein Beuteschema ist. Und dann spielen sie teilweise auch noch in Österreich. Da muss ich mich künftig natürlich ein bisschen näher bei ihr umsehen.

 

Klingt sehr interessant und die Autorin merke ich mir mal vor. Danke für deinen Tipp. Schaut auf jeden Fall bei Gabi vorbei, dort findet ihr, ihren gesamten Messebericht.  


Kommen wir jetzt aber zu unserem heutigen Thema: Learning. Während sich die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen im Mai mit ihrer Matura beschäftigen, setzen Gabi, Ascari, Nicole und ich uns mit Büchern auseinander, durch die wir etwas Neues erfahren oder gelernt haben. 

Ich würde das Wort gleich mal Gabi übergeben, die es diesmal nach Wien verschlagen hat.


Das Motto „Ein Buch, durch das ich etwas lernen konnte“ ging mir eine Weile lang durch den Kopf. Im besten Fall kann man das über jedes Buch sagen, weil selbst die seichteste Erzählung einen neuen Einblick geben oder wenigstens zeigen kann, wie man es nicht machen sollte 😉 Dann habe ich mich auf meinen ersten Impuls verlassen und direkt zu den Sachbüchern geschaut. Denn in meinem Sachbuchregal steht ein Buch über die ganz besondere Stadt Wien, in dem ich immer wieder mal stöbere, um mich gleichzeitig informieren und unterhalten zu lassen und eine kleine virtuelle Reise in eine meiner Lieblingsstädte zu machen. 

Ilsa Barea erzählt in einer Art und Weise über die Stadt Wien und ihre Ursprünge, ihr besonderes Flair und die Geschichten, die sich in ihren Mauern abspielten, wie man das von einer versierten Stadtführerin erwarten und erhoffen würde. Gespickt mit Wissen, aber nicht zu theoretisch, sondern aufgelockert und mit Anekdoten angereichert. Ilsa Barea flicht auch durchaus eigene Wahrnehmungen oder Kindheitserinnerungen ein, die ihrer Erzählung eine wunderbare Lebendigkeit verleihen. 

Auch wenn die Erstausgabe des Buches schon 1966 erschienen ist und der Inhalt nach dem ersten Weltkrieg endet, sind die Anfänge der Stadt und die jahrhundertelange Wirkung des Schmelztiegel Wiens immer noch aktuell. Und weil das Buch so üppig ist wie die Geschichte Wiens, kann ich noch lange Zeit in dem Buch stöbern und immer noch eine Menge dazu lernen.


Da bist du nicht alleine. Die Bücherauswahl für dieses Thema war tatsächlich kniffliger. Dankeschön dafür Ascari. Darauf hebe ich gleich mal mein Glas Holundersaft. Aber ein sehr gelungener Start in den heutigen Nachmittag. Ach danke, dass du gleich mal den Link zu deiner Rezension hergelegt hast. => Rezension


Von der Bundeshauptstadt aus fahren wir jetzt zirka 300 km in den Süden und steigen in Klagenfurt am Wörthersee aus. Ich hoffe, ihr habt eine kleine Erfrischung eingepackt, denn die Veranstaltung, die in meiner Empfehlung vorkommt, hat es ganz schön in sich.


3,8 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,2 km Laufen, das ist der IRONMAN Austria, der am 
18. Juni zum 25. Mal in Klagenfurt (Kärnten) über die Bühne gehen wird. 

Eine wahre Herausforderung für jeden Teilnehmer. Ich zieh meinen imaginären Hut, denn mein 
Endgegner wäre definitiv die Laufdistanz, wenn nicht schon die 180 km auf dem Bike.

Meinen Hut ziehe ich aber noch mehr vor Christian Troger, der 2011 an diesem Wettkampf 
teilgenommen hat. Christian wurde 1983 ohne linkes Bein und ohne linke Hüftpfanne geboren. Da es 
aus medizinischer Sicht, aufgrund fehlender Erkenntnisse, wenig Grund zur Hoffnung gab, 
prognostizierten die Ärzte das Schlimmste. Christian ließ sich davon nicht unterkriegen und zeigte es den Ärzten.

Er ist kein Sportler im klassischen Sinn. Damit gemeint ist, dass er nicht von klein auf Sport betrieb 
und dann irgendwann an Triathlons teilnahm, sondern der sportlichen Ehrgeiz hat ihn genau beim 
IRONMAN Austria gepackt, wo er als Zuschauer, die teilnehmenden Sportler anfeuerte. Christian hat 
sich ein Ziel gesetzt: „Ich, Christian Troger, werde im Juli 2011 den Kärnten Ironman Austria innerhalb 
von 17 Stunden erfolgreich beenden.“ Und so begann seine Erfolgsgeschichte.

In „Geht nicht- läuft“ erzählt Christian Troger unteranderem über seinen Weg zur Teilnahme am 
Ironman Austria. Dass dieser Weg mit Höhenflügen und Rückschläge gefüllt war, kann man sich 
vorstellen. Der Autor erzählt in seinem Buch auch darüber, wie es aus sportlicher Sicht
weitergegangen ist. Schließlich ist er dreifacher Weltmeister und fünffacher Europameister im 
Triathlon und Duathlon. 

Ich habe diese Biografie für das heutige Treffen des Club LiterAUTur ausgewählt, da ich einerseits 
jedes Mal, wenn ich es lese, beeindruckt von seiner Ausdauer oder generell seiner Leistung bin, 
andererseits mich auch motiviert selbst Dinge anzugehen, die vielleicht nicht im ersten Moment so 
klappen, aber mich davon nicht unterkriegen lasse. 

Weiter geht's mit etwas Mystischem. Nicole stell uns doch deine Buchempfehlung vor.



„Lessons learned“ bietet so viele Möglichkeiten, dass ich lange unschlüssig war, für welches Buch ich mich entscheide. Immerhin ist es so, dass man aus den meisten Büchern - und sei es eine lockere Liebesgeschichte - neue Ideen erfährt. Historische Romane bieten sich an, weil Leser und Leserinnen dadurch einiges über Vergangenes lernen. Doch dann kam mir ein Buch in den Sinn, dass nicht nur die Vergangenheit betrachtet, sondern etliche Erklärungen für die Gegenwart enthält und sich sogar daran versucht, das österreichische Gemüt darzulegen.

„Das große österreichische Sagenbuch“ vereint Wunderbares und Grauenvolles, zum Ängstigen und zum Schmunzeln sowie Spannendes und Merkwürdiges. Es beinhaltet Sagen aus allen neun Bundesländern und führt durch hiesige Mythen und Legenden, die sogar manches Mal bei mir als Österreicherin zum Aha-Effekt führten.



Es ist eine Mischung aus Humor, Grauen, Geschichten und Mahnungen, die seither die österreichische Sagenwelt und das hiesige Wesen prägen. Es wird mit einem fühlbaren Augenzwinkern erzählt und das österreichische Sprachgefühl gewahrt und transportiert, dennoch auf eine Weise, dass es für Nicht-Österreicher ebenso verständlich ist.

Ich selbst war erstaunt, welche gruselige Kriegslist sich Frauen in Tirol ausdachten und worin die gebräuchliche Ortsbezeichnung „bei der Spinnerin am Kreuz“ ihren Ursprung hat.
Selbst die Herausgeber betonen, dass man anhand der Sagen dem österreichischen Gemüt näherkommt und viel über das Wesen der Österreicherinnen und Österreicher lernt.

Dieser prächtige Sagenschatz ist für jeden etwas, der ein bisschen in der Vergangenheit schmökern, und dabei zum Ursprung der österreichischen Seele vordringen will.

Ah, ich fühl mich zurück katapultiert in den Deutschunterricht. Herrlich. Ist da zufällig auch die Sage vom Lindwurm drin? Diese mochte ich ganz gerne. Die Rezension zu diesem Sagenbuch lass ich mir nicht entgehen. => Rezension 



Bevor wir zur letzten Empfehlung von unserem heutigen Clubtreffen kommen, möchte ich nochmal festhalten, wie genial ich es finde, wie unterschiedlich unsere Empfehlungen sind. Jeder interpretiert etwas anderes in die kurze Themenbeschreibung und heraus kommen Buchempfehlungen für Jedermann.

Aber Ascari, wie ist es eigentlich dir mit dem Thema „Learning“ gegangen?

 

Eigentlich wollte ich ja etwas ganz anderes vorstellen, aber manchmal spielt das Leben halt nicht so, wie man das gerne möchte. Also habe ich ein wenig darüber nachgedacht, welches Buch zum Thema passen würde. Also, welches Buch ich in letzter Zeit gelesen habe, wo ich etwas gelernt habe. Wobei „gelernt“ für mich meistens bedeutet, dass ich nach oder während der Lektüre Fakten & Tatsachen nachprüfe, die ich im Buch erfahren habe.

Bei „Im Schatten des Turms“ von René Anour war das die Geschichte des Narrenturms, der ersten psychiatrischen Heilanstalt der Welt - zumindest laut Buchbeschreibung :D. Klarerweise sind Alfred und Helene, die Hauptfiguren in der Geschichte, und ihr Schicksal erfunden. Aber das Drumherum und das Leben im 18. Jahrhundert in Wien und Umgebung fand ich erstaunlich lebendig geschildert, wo die beiden sich kennenlernen und einige Schicksalsschläge, Gefahren, Intrigen etc. in Kauf nehmen müssen, ehe sie zueinander finden dürfen.


Zu viel ins Detail will ich jetzt absichtlich nicht gehen, um nicht zu viel zu verraten. Wie gut Anour Geschichte mit Geschichten verwoben hat, zeigt sich aber auch an anderer Stelle, als der Krieg mit den Türken ins Spiel kommt, in den Alfred im Verlauf des Romans verwickelt wird. An dieser Stelle kommt eine historische Figur ins Spiel, deren Leben zu dieser Zeit Anour erstaunlich genau eingeflochten hat. Aber ohne dass es künstlich oder irgendwie aufgesetzt wird
.
Das Buch ist mit seinen 656 Seiten oder 18 Stunden 45 Minuten durchaus ein Schmöker, in den man etwas Zeit investieren muss. „Im Schatten des Turms“ kann ich aber jedem ans Herz legen, der eine äußerst lebendige literarische Zeitreise machen möchte.

Ich kann es jedenfalls mit Fug und Recht als ein Buch bezeichnen, wo ich etwas brauchte, um wieder in die Gegenwart zurückzukehren. Und ich würde mich wirklich sehr über eine Fortsetzung freuen - ich finde, diese Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt!!


Wenn das nicht eine Aufforderung an René Anour ist. 😊 

Damit neigt sich unser Clubtreffen für den Mai dem Ende zu. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Gabi, Ascari und Nicole für diesen unterhaltsamen Nachmittag und vor allem für eure Empfehlungen.  


Unser Quartett trifft sich am 20. August zu einem weiteren Clubtreffen. Diesmal bei Ascari (Leseratz).

Es gibt sie in Übermaß. Man kann sie lieben oder hassen. Manchmal werden sie erfüllt und manchmal sind die Menschen doch überrascht, dass das gar nicht so zutrifft. Ich sag da nur Deutschland, Lederhosen und Weißwurst. 

Na, was wird wohl unser nächstes Thema sein?

Damit servus und pfiat euch.



Sonntag, 20. November 2022

Club LiterAUTur - Gesprächsstoff

 


Ein herzliches „Servus“ und „sche das Plåtz gnuman håbts im Clubstüberl“!

Die Tage werden kürzer, ab zirka 16 Uhr wird es finster und draußen elendig kalt. Da blüht doch jedes Leserherz auf. Was gibt es dann Schöneres, als in eine Decke eingewickelt auf der Couch zu sitzen und in einem Buch zu lesen?

Ascari, Gabi, Nicole und mir geht es da nicht anders. Ganz entspannt sitzen wir vier auf der Lesecouch, trinken einen Schilcher-Glühwein, während im Kamin das Holz so vor sich glost und den Raum erwärmt. Ab und zu greift eine von uns zum Keksteller, der vollbestückt mit Vanillekipferl, Kokosbusserl und Schokotaferl ist.

 Als Weihnachtsfan und heutige Gastgeberin habe ich es mir auch nicht nehmen lassen ausnahmsweise heute schon die erste Kerze am Adventskranz anzuzünden. Schließlich begehen wir bald Weihnachten und kurz darauf ist auch schon wieder Jahreswechsel.

Wo wir auch schon beim Thema unseres heutigen Treffens wären. Das Jahr 2022 hat viel für Gesprächsstoff gesorgt und einige Themen sind aktueller den je. Andere wiederrum sind schon etwas lange her, aber ihre Bedeutung haben sie nicht verloren. Und damit übergebe ich gleich mal das Wort an Nicole.


Bei "Gesprächsstoff" denkt man sofort an aktuelle Ereignisse, die uns in und um Österreich bewegen und aufwühlen. Ich habe mir gedacht, dass ich heute den Gesprächsstoff vergangener Zeiten vorstelle, weil natürlich auch früher so manches Thema für Furore sorgte. Dazu habe ich mich für ein Buch entschieden, das von einem ungewöhnlichen Hochzeitsgeschenk handelt, welches vor Jahrhunderten tatsächlich beim Erzherzog in Wien angekommen ist.

Zum Buch: Es ist die wahre Geschichte eines Elefanten, der sich im Jahr 1551 als Hochzeitsgeschenk auf den Weg von Lissabon nach Wien gemacht hat. Amüsant, süffisant und meisterhaft erzählt José Saramago davon, wie Mahut Fritz auszog, um Elefant Salomon nach Wien zu überführen.

Sicher kann man sich vorstellen, dass so ein Elefant zur damaligen Zeit ein außergewöhnliches Lebewesen war und für ordentlich Gesprächsstoff gesorgt hat. Die meisten Menschen hatten keine Ahnung, was ein Elefant ist. So säumen herrlich amüsante Begebenheiten den Weg von Lissabon nach Wien. Manche treten dem fremden Wesen mutig entgegen, andere verstecken sich lieber in ihren Häusern und manch christlicher Würdenträger versucht sogar, dem Dickhäuter den Teufel auszutreiben oder ihn zu göttlichen Wundern zu bewegen.

Ich habe Soliman und Fritz gerne auf ihrer langen Reise von Lissabon nach Wien begleitet und war sehr überrascht, dass dieses außergewöhnliche Paar 1551 sogar einen Zwischenstopp in meiner Heimatstadt gemacht hat. Es ist die Geschichte eines extravaganten Hochzeitsgeschenks und der wohl ungewöhnlichsten Überführung im 16. Jahrhundert, die José Saramago auf meisterhafte Weise erzählt, und mir bestimmt in guter Erinnerung bleiben wird.


Für die damalige Zeit ein wirklich wunderbares und spezielles Hochzeitsgeschenk. Aber es klingt auf jeden Fall nach einem sehr interessanten Buch. 
Und während mir Nicole noch ein wenig Glühwein einschenkt, kann ich euch den Link zur Rezension von ihr weitergeben: Nicoles Rezension

Machen wir gleich mal eine Gratwanderung und kommen zu Gabi, die mir verraten hat, dass sie uns ein Buch mit einem aktuellen und sehr brisantes Thema vorstellen wird.


Nicht nur Deutschland befürchtet einen winterlichen Blackout. Nachdem kein Gas mehr aus Russland kommt und beispielsweise große Gasversorger wie Uniper nur durch massive staatliche Rettungspakete weiter existieren können oder der Blick auf die französischen Atomkraftwerke für einige Zeit mehr abgeschaltete Pannenreaktoren als funktionierende Meiler zeigt, geistert die Angst vor längeren Stromausfällen durch Europa. Nicht nur in einer einzelnen Wohnung könnten Strom und Heizung abgestellt werden, weil die Rechnung zu lange nicht bezahlt wurde. In ganzen Bezirken von örtlichen Stadtwerken oder noch größeren Regionen könnte es im Winter dunkel und kalt werden. Was sollte man für diesen Notfall zuhause haben? Und was, wenn ein Stromausfall auch mal mehrere Tage dauert? Welche Konsequenzen könnte das haben? Tatsächlich sind Ratschläge, womit man sich besser rechtzeitig eindecken sollte oder wie man auch ohne Strom eine Weile über die Runden kommt, immer öfter in Fernsehen oder Zeitung zu finden. Auch Firmen befassen sich neuerdings mit dieser Problematik.

Diese Gedanken hat sich der österreichische Autor Marc Elsberg schon vor über 10 Jahren gemacht und seitdem ist das Thema eigentlich nie ganz aus der öffentlichen Diskussion verschwunden. Damals war es schier undenkbar, dass kriegerische Auseinandersetzungen rund ums größte Atomkraftwerk Europas in Saporischschja stattfinden und wildgewordene, betrunkene Soldaten durchs Areal des AKW Tschernobyl marodieren. Und doch ist seine Version, wie Europa, wie die Menschen mit einem flächendeckenden Stromausfall umgehen, auch ohne diese widrigen Ustände erschreckend genug.

Marc Elsberg ist bekannt dafür, gründlichst zu recherchieren und die Themen, über die er schreibt, ausgiebig von allen Seiten zu beleuchten. Man kann das, was er in „Blackout“ aus seinen Recherchen und seiner Fantasie erschaffen hat, also durchaus als ein realistisch mögliches Szenario ansehen. Und genau dieser Aspekt hat mir beim Lesen mehr als einmal eine Gänsehaut beschert und ich dachte mir regelmäßig, ja, genau so könnte es sich abspielen.

Bei einer Lesung von Marc Elsberg, die ich besuchte, erzählte er sogar, dass er inzwischen zu Fachtagungen von Energieversorgern als Redner eingeladen wird, weil er sich für sein Buch „Blackout“ so viel Fachwissen übers europäische Stromnetz angeeignet hat wie sonst kaum ein Fachmann. Ich hoffe, inzwischen haben sich die Spezialisten ein paar mehr Gedanken um ihr Arbeitsfeld gemacht!

Andernfalls empfehle ich einen Blick ins Buch „Blackout“, denn das rüttelt einen wach und macht einen sprachlos. Inzwischen wurde das Buch auch als 6-teilige Miniserie verfilmt und auch diese prominent besetzte Filmversion kann ich genauso wie das Buch absolut empfehlen.

Hier geht’s zu meiner Rezension der Verfilmung und des Buch-ReReads 2021: Gabis Rezension



Mich würde an dieser Stelle mal interessieren, ob Marc Elsberg 2012 geahnt hat, dass nur zehn Jahre später, das Thema „Blackout“ DAS Thema sein wird. Aber auf jeden Fall eine spannende Thematik und ein Buch, welches ich zu meiner Schande, noch nicht gelesen habe.

Meine heutige Empfehlung spielt im Jahr 2020. Damit könnt ihr euch schon denken, um welches aufwühlende und strittige Thema es bei mir gehen wird: 100 Punkte, der auf Corona getippt hat 😊


Aber seid unbesorgt, das Virus steht nicht ganz im Vordergrund, oder doch?



Ich werfe mal zu Beginn eine Frage in die Runde. Was ist, wenn die Person, die dir eigentlich am meisten bedeutet, nicht mehr da ist? Wie fühlt sich das an?

Um diese Frage dreht sich meine heutige Empfehlung. Und bringt damit schon einen gewissen Gesprächsstoff mit sich. 

In „Die Wut, die bleibt“ von Mareike Fallwickl geht es um Lola, ihre Mutter Helene und deren beste Freundin Sarah.

Helene packt den ganzen Alltag – mit 3 Kindern, einen arbeitenden Ehemann und dem COVID Lockdown- nicht mehr und entscheidet sich dazu, zu sterben. Sie hinterlässt eine immense Lücke, die jetzt von Lola – ihrer Teenager-Tochter- und Sarah zu füllen gilt. So verweben sich die Leben einer kinderlosen und abenteuerlustigen Autorin und eines launischen, hinterfragenden aber vor allem aufmüpfigen Teenagers.

Der Roman hat mir durchaus gut gefallen. Als ich das Thema unseres nächsten Treffens sah und ich dieses Buch in der Buchhandlung gesehen hab, musste ich dieses kaufen. Mir ist nämlich die eingangsgestellte Frage nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Kann eine beste Freundin die Rolle der Mutter einnehmen und für drei Kinder sorgen?

Die Autorin beschreibt die Situation sehr genau und zeigt auch meiner Meinung nach deutlich und vor allem ungeschönt auf, was so ein Verlust für eine Familie bedeutet. Sowohl auf der emotionalen, aber auch familiären und finanziellen Ebene. Sie reflektiert gut, was es bedeutet in dieser Gesellschaft Frau zu sein und bedient sich durchaus extremen Mittel. Als Beispiel anzuführen wäre Lola, die einer Gruppe beitritt, die kämpft, um sich einerseits Respekt zu verschaffen, aber auch um sich selbst verteidigen zu können.

Das ist kein Buch für einen Nachmittag und von der Thematik her auch kein schöner. Allerdings ist es wichtig die Themen anzusprechen und zu behandeln. Der Tod an sich, oder jetzt im speziellen Suizid, oder Gewalt dürfen nicht totgeschwiegen werden. Es gibt einen Grund, warum eine Person den Freitod wählt und es gibt Gründe, warum eine Frau das Mutterdasein hasst. Nur sollten diese beleuchtet und hinterfragt werden.

„Die Wut, die bleibt“ kann ich euch empfehlen, wenn ihr Romane mit ernsteren Themen lesen wollt.


Bevor wir leider schon wieder zum Ende kommen, hat Ascari eine Buchempfehlung, die ich als als goldrichtig bezeichnen würde.

Die Idee zu dem Buch, das ich heute vorstelle, kam mir eigentlich sehr spontan, als wir das letzte Mal das Thema ausgesucht haben. Gut, wer in Österreich in den letzten Jahrzehnten aufgewachsen ist, kennt dieses Kinderbuch ganz bestimmt. Es ist glaub ich der Bilderbuch-Klassiker schlechthin mittlerweile :).

Schaut mich jetzt nicht so fragend an, ich meine „Das kleine Ich bin ich“ von Mira Lobe. 1972 erschienen, erscheint es jetzt zum 50. Geburtstag in der 47. Auflage - kann man sich das vorstellen? Und eines der 1,2 Millionen verkauften Exemplare steht auch in meinem Bücherregal, denn dieses Buch hat sich neben meinen Sherlock Holmes-Geschichten einen dauerhaften Platz in meinem Herzen erobert.

Die Geschichte ist so einfach wie zeitlos: Ein buntes Tier spaziert über die Wiese und fragt die Tiere, wer es ist. Keines weiß eine Antwort, weswegen das Tier ganz traurig ist, bis es sich endlich selbst eine Frage auf die Antwort: Ich bin ich. So simpel wie bewegend in meinen Augen, dass wir jede und jeder Individuen sind - zeitlos eben!

Anlässlich des Jubiläums gibt es von der MÜNZE Österreich auch eine 5 Euro Münze, einmal in Kupfer und einmal in Silber. Die kupferfarbene kann ich euch heute zusätzlich zum Buch zeigen - ist das nicht eine süße Idee? Eigentlich bin ich ja keine Münzen-Sammlerin, aber bei der konnte ich einfach nicht nein sagen :D.

Hier noch die Seite vom Verlag zum Jubiläum, falls es euch interessiert: Jungbrunnen Verlag


Nun, der Keksteller ist leer und den Glühwein gibt’s auch nicht mehr. Alle Bücher sind besprochen und als hätte das Feuer es gerochen, hat es alle Hoffnungen auf weitere Wärme zerstochen.

Doch bevor es so weit ist, wollen wir das 1. Club LiterAUTur Jahr Revue passieren lassen. Was für vier tolle und vor allem unterhaltsame Treffen wir dieses Jahr im Clubstüberl hatten.

Begonnen haben wir im Februar bei Ascari und im Mai waren wir bei Gabi zu Gast. Im August haben wir mit weißem Spritzer und einem Radler bei Nicole angestoßen und heute findet es einen schöne Abschluss hier bei wasliestlisa.


Lisa: "Aber jetzt um ehrlich zu sein, habe ich bei der Planung nicht damit gerechnet, dass es so unterhaltsam, aber auch so harmonisch wird. Man muss im Hinterkopf haben, dass wir uns persönlich nicht kennen und vielleicht vorher nur durch Kommentare unter den Blogposts in Kontakt standen. Geht’s da euch genauso, oder wie seht ihr das?

Nicole: "Bezüglich der Planung und Organisation hatte ich auch Bedenken. Andererseits habe ich schon an vielen Blogger-Aktionen teilgenommen, die immer großartig funktioniert haben. Warum sollten wir Vier es also nicht hinbringen? Ich finde es schön, dass wir so gut zusammenarbeiten.

Mich wundert mehr, die Vielzahl an unterschiedlichen Empfehlungen, die wir zu unseren Themen finden. Wir zeigen Österreich in vielen Facetten, geben Autorinnen und Autoren Raum, kramen in unterschiedlichen Genres und zeigen, wie schillernd der buchige Blick auf das Land ist. Ich bin tatsächlich beeindruckt, was es alles zu bieten hat und freue mich sehr auf das nächste Club LiterAUTur Jahr.

Lisa: "Da gebe ich dir vollkommen Recht. Aber auch gerade heute mit unserer unterschiedlichen Auslegung des Themas “Gesprächsstoff” zeigen wir, wie vielfältig die Literaturlandschaft in Österreich ist."


Ascari: "Ich denke, das hängt auch damit zusammen, dass jede von uns einen ganz eigenen Blick auf Bücher mitbringt. Unser Geschmack überschneidet sich immer wieder, aber nicht immer - und jede bringt ihre eigenen Leseerfahrungen mit ein. Deswegen bin ich sehr froh, dass du, liebe Lisa, mit der Idee zum Club zu mir gekommen bist.

Alleine hätte ich ganz sicher nie die Energie oder den Mut aufgebracht, mich an so einer Aktion zu versuchen! Und ich bin ganz Nicoles Meinung, wenn es um die Organisation geht. Ich gebe zu, ich war mir anfangs nicht sicher, ob es mit der Kombi an Tools wirklich funktionieren würde, aber ich bin sehr erfreut, dass es so gut läuft!

Seid ihr mit dem dreimonatigen Rhythmus eigentlich zufrieden? Ich war mir ja anfangs nicht sicher, aber in der Zwischenzeit weiß ich definitiv, dass ich monatlich zum Beispiel nicht schaffen würde."

Gabi: "Als einzige Nicht-Österreicherin hatte ich doch die Illusion, mich in der Buchlandschaft des Nachbarlandes ganz gut auszukennen. Schließlich ist mir Österreich sowohl vom Naturell als auch geografisch weit näher als z. B. die deutsche Nordseeküste. 

Nach einem Jahr Club LiterAUTur habe ich das Gefühl, dass es noch ganz viel in Bezug auf österreichische Literatur zu entdecken gibt. Ich habe reichlich gestöbert und auch durch Eure interessanten Lesetipps viele neue Anregungen bekommen. Unser Austausch, die Clubtreffen und die Zusammenarbeit, um gemeinsame Beiträge zu gestalten, haben mir großen Spaß gemacht! Alle vier stehen wir absolut hinter diesem Projekt und das merkt man an allen Ecken und Enden und ich hoffe, unser Club bleibt noch sehr lange bestehen.

Dass wir viermal im Jahr ein Thema vorstellen, finde ich gut. Zumindest bei mir war es bisher so, dass ich nicht sofort zu allen Themen ein Buch im Kopf hatte. Ich musste mich ein wenig umschauen, stöbern, Bücher anlesen, verwerfen und weiter schauen. Das hat mir gut gefallen, kostet aber auch Zeit. Deshalb bin ich mit dem vierteljährlichen Rhythmus ganz glücklich. "

Ascari: "Okay, dann ist es gut, mir geht es nämlich ähnlich! Außerdem hab ich gemerkt, dass ich bei einem Buchtitel zu einem Thema schon mal daneben gegriffen habe. Bei einem dreimonatigen Rhythmus ist dann immerhin genügend Zeit, nach einem Ersatz zu suchen, ihn zu lesen und dann stattdessen vorzustellen 😀."

Nicole:  "Ich mag den Rhythmus auch, weil ich dadurch Zeit habe, in mich zu gehen, welches Buch zum Thema passen könnte."

Ascari: "Mir ist aufgefallen, dass ich manchmal ziemlich lang nachdenken muss, bis ich ein Buch gefunden habe, manchmal geht es aber auch extrem schnell, dass mir sofort etwas Passendes dazu einfällt. Ich warte noch auf den Zustand dazwischen - bin gespannt, ob der auch mal eintritt. 😂"

Lisa: "Bei mir ist es ähnlich. Ich bin mittlerweile auch ziemlich froh, dass wir uns auf quartalsmäßig geeinigt haben. Einerseits finde ich, ist die Vorfreude dann größer, als wenn das dann sich monatlich wie ein Hamsterrad einpendelt und man vielleicht dann die Lust dazu verliert. Andererseits hab ich auch nicht immer gleich ein Buch parat, welches zum Thema passt.

So, da wären wir nun wirklich am Ende unseres heutigen Treffens. Schnell sind die Stunden vergangen und es ist extrem schade, dass das Clubstüberl für heuer seine Pforten schließt.

Nicole: "Doch hinter der verschlossenen Tür wird fleißig an Themen und Empfehlungen gearbeitet und bald wieder die rot-weiß-rote Club-LiterAUTur-Fahne geschwenkt. Seid gespannt!"



Was für ein gutes Schlusswort, Nicole. Da habe ich gar nichts mehr hinzuzufügen. Außer, dass ich euch, Ascari, Nicole, Gabi, aber auch allen Lesern unserer Aktion eine schöne, aber besinnliche Advent- und Weihnachtszeit wünsche. Genießt die Zeit mit euren Familien und hoffentlich mit ein paar tollen Büchern.

Zur Info: Im Februar 2023 starten wir bei Nicole in das 2. Club LiterAUTur Jahr. Wie schnell nur die Zeit vergeht. 😊😎


Vergesst jetzt nicht, bei den Blogs meiner heutigen Gäste vorbeizuschauen.


Jetzt seid ihr an der Reihe. Was meint ihr? Ist etwas für euch dabei?

Mittwoch, 8. Dezember 2021

[Ankündigung] Club LiterAUTur


 Servus und grias eich,

Endlich darf ich es verraten und ankündigen. 2022 ist nicht nur das Jahr, in dem ich das 1. Mal bei einer Challenge mitmache, sondern gibt es auch etwas ganz Besonderes hier auf wasliestlisa.

Genauer gesagt gibt's etwas Neues von mir, Ascari, Gabi und Nicole. Wir haben uns zusammengeschlossen und werden euch ab 2022 die österreichische Literaturszene, mit all ihren verschiedenen Facetten, versuchen näher zu bringen. 

Unter dem schön klingenden Titel "Club LiterAUTur" wollen wir konkret einmal im Quartal gezielt Bücher mit Österreich-Bezug vorstellen. Geplant ist, dass der Club jedes Mal bei einer anderen Bloggerin Station macht. Der 1.Halt wird vermutlich bei Ascari sein. So viel kann man schon verraten.

Dazu ist noch anzumerken, dass jede Station, die der Club macht, unter einem bestimmten Thema steht. Das haben wir schön und kurz zusammengefasst, aber hier nur mal ein Beispiel in Langform:  Lieblingsbuchreihe eines österreichischen Autors/einer österreichischen Autorin. 

Die Themen sind auch so gewählt, dass auch jede von uns ein Buch beitragen kann. Das 1. Thema wird dann im Jänner bekanntgegeben. Seid gespannt. 


Ich hoffe, ihr habt Lust dazu, denn das Tüfteln und Bequatschen hat uns vieren wirklich sehr viel Spaß gemacht.😄

Würde mich und natürlich auch Kolleginnen freuen, wenn ihr unsere neue Rubrik genauso lieb gewinnt, wie wir.  Und natürlich im Februar mit von der Partie seid.

Bis dahin alles liebe und pfiat eich, 

eire Lisa