Ich wollte das Buch unbedingt lesen, weil ich solch
tragische Geschichten, wie „Ein ganzes halbes Jahr“ oder „Drei Schritte zu dir“,
einfach liebe. Mich fesselt die Dramatik, die Gefühle und einfach das Leben an
sich an diese Bücher. Eines haben sie gemeinsam: Das Leben ist nicht perfekt
und hält so manche Herausfo
rderungen parat.
Und auch hier hat das Leben unserer Protagonistin, Iris, einen Stein, in Form der Krankheit Multiple Sklerose (MS), in den Weg gelegt. Sie meistert ihr Leben bis zu einem Punkt, wo sie nicht mehr kann und sich entschließt in der Schweiz ihr Leben zu beenden. Mit auf ihrer letzten Reise ist Terry, ihre beste Freundin und Terrys an Demenz erkrankte Vater.
Demenz und MS sind zwei ziemlich fordernde Krankheiten, die für die Betroffenen als auch für Angehörigen belastend sind. Deshalb finde ich gut, wie Ciara Geraghty das Ganze umgesetzt hat. „Das Leben ist zu kurz für irgendwann“ ist nämlich kein trauriges oder zerschmetterndes, sondern sehr liebevoll und ein wenig humorvolles Buch.
Man begleitet das Dreiergespann auf ihrem Weg von Irland in die Schweiz und man kann jeden Tag die Weiterentwicklung der Charakter mitverfolgen. Terry beispielsweise wird mit jedem Tag selbstbewusster und beginnt endlich zu leben. Sie muss nicht ständig die brave Hausfrau, Mutter und Ehefrau sein, sondern darf auch eigene Wünsche haben. Das Leben ist schließlich zu kurz für irgendwann.
Dazu passt auch der sehr bildhafte Schreibstil von Ciara Geraghty. Man fühlt Terrys Schmerz als sie versucht ihre Freundin davon abzuhalten. Man lächelt aber auch, wenn Iris die Tage, die ihr angeblich noch bleiben, genießt und das mit vollen Zügen. Terrys Dad ist einfach die Portion Humor in diesem Roman und das ist ganz gut eingebaut.
Die Botschaft von „Das Leben ist zu kurz für irgendwann“ über bedingungslose Freundschaft, Zusammenhalt der Familie, Lebensfreude und die Kraft und Kunst sich von einem Menschen zu verabschieden und loszulassen ist bei mir definitiv angekommen und ich kann das nur so unterschreiben.
Aber mal kurz zum Cover. Was für ein wunderschönes Cover. Wirklich großartige Arbeit vom Goldmann Verlag. Ich habe das im Zuge des Bloggerbrunchs vor einer Woche glaub ich treffend beschrieben: „Egal wie finster der Tunnel gerade ist, am Ende ist immer ein Licht. Schließlich siehst du ja 2 Frauen auf dem Cover, die gemeinsam bis ins "Licht" gehen.“
Für mich ist „Das Leben ist zu kurz für irgendwann“ ein ergreifender
und berührender Roman, der mit Sicherheit lang im Gedächtnis bleiben wird.
Dieses Buch empfehle ich grundsätzlich jeden, der „Ein ganzes halbes Jahr“ und Bücher in diese Richtung gerne liest. Meiner Meinung nach sollten auch Menschen mit MS oder Demenz oder deren Angehörige dieses Buch lesen. Sie sind nämlich nicht allein mit dieser Krankheit.
Ich gebe 5 Killerherzen.
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