Bonjour, Hello und Servus zum Treffen des Club LiterAUTur!
Während wir noch etwas übernächtigt von gestern sind und sich das Siegerlied des Eurovision Song Contest 2026 als neuer Ohrwurm langsam in unsere Köpfe schleicht, wollen wir heute zum zweiten Mal in diesem Jahr die österreichische Literatur ein wenig hervorheben.
Wie kann man die Gastgeberrolle Österreichs gebührender feiern, als mit einem dazu passenden Thema? Deswegen ist unser heutiges Motto: „Ohrwurm – Ein Buch, in dem Musik eine Rolle spielt“.
Das heutige Treffen ist auch ein Novum, denn Ascari, Gabi, Nicole und ich sitzen erstmals nicht in unserem Clubstüberl zusammen und quatschen über unsere Bücher, sondern sind räumlich getrennt. Wie in altbekannter ESC-Manier, darf ich heute als Gastgeberin zu den dreien schalten.
Zur Info: In den Kommentaren könnt ihr, liebe Leser, für den Gewinner des literarischen ESC abstimmen. Also bleibt dran und votet für euren Liebling!
Als Erstes schalten wir live zu Gabi. Gabi, wem hast du deine 12 Punkte gegeben?
Ich bin zwar vieles, aber ganz bestimmt nicht
musikalisch. Natürlich kann ich sagen, ob mir ein Lied gefällt, und wenn das
der Fall ist, singe ich laut, falsch und mit großer Begeisterung mit. Viel
weiter reichen meine musikalischen Ambitionen allerdings nicht.
Worauf ich hingegen durchaus stolz bin, ist die beeindruckende Kulturlandschaft Österreichs. Zwischen großen Komponisten, prachtvollen Opernhäusern und dem unverwechselbaren Wiener Walzer pulsiert hier ein kulturelles Erbe, das selbst das Wiener Blut in Wallung bringt. Einen besonderen Höhepunkt bildet jedes Jahr die Ballsaison, die mit dem Wiener Opernball ihren glanzvollen Abschluss findet.
Wer sich diesem gesellschaftlichen Großereignis einmal auf literarische Weise nähern möchte, dem lege ich „Opernball“ von Stefanie Sargnagel ans Herz. Die Autorin führt ihre Leserinnen und Leser bissig, pointiert und herrlich böse hinter den glänzenden Vorhang des wohl prestigeträchtigsten Balls des Landes.
Mit scharfem Blick und viel Wiener Schmäh nimmt Sargnagel alles ins Visier, was ihr vor die Feder kommt: Prominenz, Politik, Kulturszene und natürlich die Reichen und Schönen, die sich alljährlich in der Wiener Staatsoper versammeln. Dabei bleibt ihre Satire nie bloß boshaft, sondern offenbart zugleich eine gewisse Faszination für dieses absurde Schauspiel zwischen Tradition, Macht und Selbstinszenierung.
Besonders gefallen hat mir der Blick hinter die glanzvolle Fassade des Balls. Zwischen Prunk und Eleganz zeigt Sargnagel eindrucksvoll, wie eng Kultur, Kapital und gesellschaftliches Prestige miteinander verwoben sind. Einige Szenen sind so treffend überzeichnet, dass ich mehrfach laut lachen musste – nicht zuletzt, weil sie das österreichische Temperament und den berühmten Wiener Schmäh erstaunlich authentisch einfangen.
„Opernball“ ist eine literarische Karikatur, die bewusst überzeichnet, provoziert und dabei äußerst unterhaltsam ist. Wer Freude an satirischer Gesellschaftskritik hat, österreichischen Humor schätzt und sich gern einmal hinter die Kulissen eines gesellschaftlichen Prestigeevents führen lassen möchte, dürfte mit diesem Roman bestens unterhalten werden.
🎼🎼🎼
Das klingt nach einem unterhaltsamen Buch. Schau den Opernball auch aber nur wegen den Kleidern und dem damit verbundenen persönlichen Voting nach der schönsten Robe. Aber klar, der Opernball ist einfach eine Institution und schon ein österreichisches Kulturgut.
Wer auch hier noch mehr Entscheidungshilfe benötigt, kann auf Nicoles Blog die Rezension durchlesen, die ich hiermit verlinke: Rezension zu „Opernball“.
Wir bleiben in schwindligen Höhen und hoffen, dass uns ohne
technische Probleme Ascari zugeschaltet ist, die sich am Grazer Schlossberg befindet.
Ascari, wohin gehen deine 12 Punkte?
🎼🎼🎼
Parov Stelar alias Marcus Füreder versteht sich selbst als Künstler, nicht ausschließlich als Musiker. Trotzdem ist es die Musik, durch die er wohl die größte Bekanntheit erlangt hat. Mir ging es da nicht viel anders: Denn letztlich bin ich durch die kleinen und unabhängigen Sender wie Radio Soundportal oder FM4 mit seinen Songs in Berührung gekommen. Warum? Weil er sehr lange einen ganz eigenen Stil gepflegt hat, der schlussendlich unter dem Namen „Electroswing“ ein ganzes musikalisches Genre gepflegt hat.
Was ich aber nicht wusste, war beispielsweise, dass Parov Stelar auch malt und mittlerweile offensichtlich recht erfolgreich seine Bilder ausstellt. Und was ich noch viel weniger wusste, ist, dass er schon als sehr junger Mann mit seinen ganz persönlichen Dämonen kämpfen musste, die ihn beinahe in den Selbstmord getrieben hätten. Angstzustände, depressive Schübe – all das begleitet ihn nach eigenen Aussagen nach wie vor. Aber er hat Wege gefunden, damit umzugehen. Die größte Hilfe ist ihm dabei sein Sohn, der ihn immer wieder motiviert weiterzumachen.
Man sieht, das Buch ist vielleicht mit seinen knapp 200 Seiten nicht besonders dick, aber trotz allem sehr persönlich. Stelar plaudert episodisch über seinen Werdegang, über die Dinge, die er während seiner Karriere erlebt hat, und die Menschen, denen er dabei begegnet ist. Das Hörbuch hebt diese Erzählweise meiner Meinung nach noch ein Level höher, denn man bekommt unweigerlich das Gefühl, dass einem der Autor praktisch bei einem Glas Wein stückchenweise seine Geschichte erzählt …
Ich war jedenfalls sehr begeistert – und konnte natürlich nicht vermeiden, immer wieder mal dazwischen seine Songs einzustreuen, um mich quasi in die richtige Stimmung zum Hören zu bringen!
🎼🎼🎼
Als ich den Titel des heutigen Buches gesehen und den Klappentext überflogen hab, dachte ich: High School Musical meets Hannah Montana.
In „Starting something real“ von April Dawson, die in Tirol wohnt, steht Novalee Wells, eine erfolgreiche Sängerin, im Rampenlicht. Immer mit dabei: Unser Protagonist Thorne McKinley. Er ist ihr Bodyguard und beschützt sie vor den vielen Schattenseiten des Berühmtseins. Eines Tages braucht Novalee eine Auszeit. Kraft soll sie auf der Farm von Thornes Familie bekommen. Dort lernt sie eine andere, ihr unbekannte, Seite an Thorne kennen, die ihr Herz höher schlagen lässt.
Au revoir, bye und
pfiat eich !
Für heute ist das
Clubtreffen schon vorbei.




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