Sonntag, 17. Mai 2026

Club LiterAUTur] - Ohrwurm




Bonjour, Hello und Servus zum Treffen des Club LiterAUTur!

Während wir noch etwas übernächtigt von gestern sind und sich das Siegerlied des Eurovision Song Contest 2026 als neuer Ohrwurm langsam in unsere Köpfe schleicht, wollen wir heute zum zweiten Mal in diesem Jahr die österreichische Literatur ein wenig hervorheben.

Wie kann man die Gastgeberrolle Österreichs gebührender feiern, als mit einem dazu passenden Thema? Deswegen ist unser heutiges Motto: „Ohrwurm – Ein Buch, in dem Musik eine Rolle spielt“.  

Das heutige Treffen ist auch ein Novum, denn Ascari, Gabi, Nicole und ich sitzen erstmals nicht in unserem Clubstüberl zusammen und quatschen über unsere Bücher, sondern sind räumlich getrennt. Wie in altbekannter ESC-Manier, darf ich heute als Gastgeberin zu den dreien schalten.

Zur Info: In den Kommentaren könnt ihr, liebe Leser, für den Gewinner des literarischen ESC abstimmen. Also bleibt dran und votet für euren Liebling!

Als Erstes schalten wir live zu Gabi. Gabi, wem hast du deine 12 Punkte gegeben?



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Ich nehme mir regelmäßig vor, hier im Club LiterAUTur ein Buch aus einem anderen Genre als Krimi / Thriller vorzustellen. Aber weil das nun mal eines meiner beiden Lieblingsgenres ist, komme ich immer wieder darauf zurück und meine Lesetipps sind ziemlich krimilastig.

Beim Thema Musik ist mir aber schnell ein Buch in den Sinn gekommen, dass ich schon lange lesen wollte, und das kein Krimi bzw. Thriller ist. Es wurde in 36 Sprachen übersetzt, verfilmt, wird als Klassiker der Gegenwart bezeichnet und ist schon 1992 erschienen.

Die Erzählung ist von vorne bis hinten mit Musik gefüllt und mich hat die Beschreibung, wie Musik das Leben des Protagonisten prägt, beeindruckt. Töne und ihre Wirkung in Worten zu beschreiben, ist gar nicht so leicht. Aber Robert Schneider ist genau das in „Schlafes Bruder“ eindringlich gelungen.

Das musikalische Genie Elias verbringt fast sein ganzes, kurzes Leben Anfang des 19. Jahrhunderts in einem abgelegenen österreichischen Bergdorf. Deshalb lernen wir nicht nur Elias, sondern auch die Dorfgemeinschaft kennen und erleben mit, welche einzigartigen, teils skurrile Figuren im Ort leben und was ihnen widerfährt.

„Schlafes Bruder“ ist kein lustiges Buch, denn die Hauptfigur Elias hat kein leichtes Leben. Und auch seine Gabe, menschliche Stimmen und tierische Laute perfekt nachahmen zu können und ein außergewöhnliches musikalisches Verständnis zu haben, ist Fluch und Segen zugleich.

Ich hatte mich für die Hörversion entschieden und war sehr froh darüber, denn sie wird von Fritz Hammel mit österreichischem Einschlag so gelesen, dass die etwas altmodische Sprache (die perfekt in die Zeit von Elias Alder passt) in etwas verwandelt wird, das die Atmosphäre und das Hörvergnügen nur noch gesteigert hat.

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Danke dir Gabi. Das klingt nach einem interessanten und gewinnverdächtigen Buch. Wer vielleicht etwas Entscheidungshilfe benötigt, hab ich hier Gabis Rezension zu „Schlafes Bruder“. 

Nun schalten wir nach St. Pölten auf den Klangturm, von wo uns Nicole zugeschaltet ist. Nicole, kannst du mich hören? Welches Buch stellst du uns heute vor?


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Ich bin zwar vieles, aber ganz bestimmt nicht musikalisch. Natürlich kann ich sagen, ob mir ein Lied gefällt, und wenn das der Fall ist, singe ich laut, falsch und mit großer Begeisterung mit. Viel weiter reichen meine musikalischen Ambitionen allerdings nicht.

Worauf ich hingegen durchaus stolz bin, ist die beeindruckende Kulturlandschaft Österreichs. Zwischen großen Komponisten, prachtvollen Opernhäusern und dem unverwechselbaren Wiener Walzer pulsiert hier ein kulturelles Erbe, das selbst das Wiener Blut in Wallung bringt. Einen besonderen Höhepunkt bildet jedes Jahr die Ballsaison, die mit dem Wiener Opernball ihren glanzvollen Abschluss findet.

Wer sich diesem gesellschaftlichen Großereignis einmal auf literarische Weise nähern möchte, dem lege ich „Opernball“ von Stefanie Sargnagel ans Herz. Die Autorin führt ihre Leserinnen und Leser bissig, pointiert und herrlich böse hinter den glänzenden Vorhang des wohl prestigeträchtigsten Balls des Landes.

Mit scharfem Blick und viel Wiener Schmäh nimmt Sargnagel alles ins Visier, was ihr vor die Feder kommt: Prominenz, Politik, Kulturszene und natürlich die Reichen und Schönen, die sich alljährlich in der Wiener Staatsoper versammeln. Dabei bleibt ihre Satire nie bloß boshaft, sondern offenbart zugleich eine gewisse Faszination für dieses absurde Schauspiel zwischen Tradition, Macht und Selbstinszenierung.

Besonders gefallen hat mir der Blick hinter die glanzvolle Fassade des Balls. Zwischen Prunk und Eleganz zeigt Sargnagel eindrucksvoll, wie eng Kultur, Kapital und gesellschaftliches Prestige miteinander verwoben sind. Einige Szenen sind so treffend überzeichnet, dass ich mehrfach laut lachen musste – nicht zuletzt, weil sie das österreichische Temperament und den berühmten Wiener Schmäh erstaunlich authentisch einfangen.

„Opernball“ ist eine literarische Karikatur, die bewusst überzeichnet, provoziert und dabei äußerst unterhaltsam ist. Wer Freude an satirischer Gesellschaftskritik hat, österreichischen Humor schätzt und sich gern einmal hinter die Kulissen eines gesellschaftlichen Prestigeevents führen lassen möchte, dürfte mit diesem Roman bestens unterhalten werden.

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Das klingt nach einem unterhaltsamen Buch. Schau den Opernball auch aber nur wegen den Kleidern und dem damit verbundenen persönlichen Voting nach der schönsten Robe. Aber klar, der Opernball ist einfach eine Institution und schon ein österreichisches Kulturgut. 

Wer auch hier noch mehr Entscheidungshilfe benötigt, kann auf Nicoles Blog die Rezension durchlesen, die ich hiermit verlinke: Rezension zu „Opernball“.


Wir bleiben in schwindligen Höhen und hoffen, dass uns ohne technische Probleme Ascari zugeschaltet ist, die sich am Grazer Schlossberg befindet. Ascari, wohin gehen deine 12 Punkte?

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Bevor ich euch von meinem Buch „Trip: Eine Reise in die Unterwelt der Musik“ berichte, habe ich euch einen Link mitgebracht: Parov Stelar auf YouTube [https://www.youtube.com/@ParovStelar/videos ]. Und während wir jetzt gemeinsam Hits wie „Kisskiss“, „The Phantom“ oder „Chambermaid Swing“ lauschen, werde ich euch ein bisschen über diese Autobiografie erzählen :).

Parov Stelar alias Marcus Füreder versteht sich selbst als Künstler, nicht ausschließlich als Musiker. Trotzdem ist es die Musik, durch die er wohl die größte Bekanntheit erlangt hat. Mir ging es da nicht viel anders: Denn letztlich bin ich durch die kleinen und unabhängigen Sender wie Radio Soundportal oder FM4 mit seinen Songs in Berührung gekommen. Warum? Weil er sehr lange einen ganz eigenen Stil gepflegt hat, der schlussendlich unter dem Namen „Electroswing“ ein ganzes musikalisches Genre gepflegt hat.

Was ich aber nicht wusste, war beispielsweise, dass Parov Stelar auch malt und mittlerweile offensichtlich recht erfolgreich seine Bilder ausstellt. Und was ich noch viel weniger wusste, ist, dass er schon als sehr junger Mann mit seinen ganz persönlichen Dämonen kämpfen musste, die ihn beinahe in den Selbstmord getrieben hätten. Angstzustände, depressive Schübe – all das begleitet ihn nach eigenen Aussagen nach wie vor. Aber er hat Wege gefunden, damit umzugehen. Die größte Hilfe ist ihm dabei sein Sohn, der ihn immer wieder motiviert weiterzumachen.

Man sieht, das Buch ist vielleicht mit seinen knapp 200 Seiten nicht besonders dick, aber trotz allem sehr persönlich. Stelar plaudert episodisch über seinen Werdegang, über die Dinge, die er während seiner Karriere erlebt hat, und die Menschen, denen er dabei begegnet ist. Das Hörbuch hebt diese Erzählweise meiner Meinung nach noch ein Level höher, denn man bekommt unweigerlich das Gefühl, dass einem der Autor praktisch bei einem Glas Wein stückchenweise seine Geschichte erzählt …

Ich war jedenfalls sehr begeistert – und konnte natürlich nicht vermeiden, immer wieder mal dazwischen seine Songs einzustreuen, um mich quasi in die richtige Stimmung zum Hören zu bringen!


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Ascari, mit deinem vorletzten Absatz hast du mich überzeugt.  Wenn ein Hörbuch so eine intime Atmosphäre schafft, bin ich sofort dabei. Danke dir für deinen Beitrag. 

Nun schalten wir wieder zurück in die heutige Kommandozentrale und ich darf euch noch meinen Kandidaten für den Gewinn präsentieren.


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Für mich ist Musik ein wesentlicher Teil meines Lebens. Seien es meine Anfänge beim Schulchor, die späteren Konzertbesuche oder meine Freude beim Musik aufdrehen und beim Kochen in der Küche zu tanzen. Musik zaubert mir einfach ein Lächeln auf mein Gesicht. Deshalb ist es mir eine Ehre bei diesem Thema in die Gastgeberrolle zu schlüpfen.

Als ich den Titel des heutigen Buches gesehen und den Klappentext überflogen hab, dachte ich: High School Musical meets Hannah Montana.

In „Starting something real“ von April Dawson, die in Tirol wohnt, steht Novalee Wells, eine erfolgreiche Sängerin, im Rampenlicht. Immer mit dabei: Unser Protagonist Thorne McKinley. Er ist ihr Bodyguard und beschützt sie vor den vielen Schattenseiten des Berühmtseins. Eines Tages braucht Novalee eine Auszeit. Kraft soll sie auf der Farm von Thornes Familie bekommen. Dort lernt sie eine andere, ihr unbekannte, Seite an Thorne kennen, die ihr Herz höher schlagen lässt.

Das Buch mag zwar eine leichte Kost sein und hauptsächlich was für zwischendurch, aber absolut gut für unser Herz. Was mir richtig gut gefallen hat, war, dass die Autorin vielmehr die Schattenseiten des Ruhms und auch der Industrie in diesem Buch thematisiert hat. Sei es, der Druck des Labels, vielleicht auch der Fans, die ständige Überwachung der Reporter, die nur darauf warten, dass du einen Fehler machst, oder der Fakt, dass du ab einem gewissen Berühmtheitsgrad einfach keinen Schritt mehr allein machen kannst. Diesen Aspekt und die damit verbundene mentale Gesundheit hat April Dawson für mich nicht nur thematisch, sondern auch gefühlstechnisch richtig gut in das Buch gebracht. 

Die Liebesgeschichte der beiden fand ich gut, aber nicht zu 100%. Dem vermutlich geschuldet, dass ich mich für das Hörbuch entschieden hab und ich teilweise die beiden Sprecher in unterschiedlichen Szenen nicht ganz so harmonisch und authentisch fand.

Für mich ist April Dawson aber generell nicht mehr vom Genre New Adult und somit von der Bookbubble wegzudenken. „Starting something real“ ist der 2. Band der „Starting something“ Reihe, die ich aber definitiv weiter verfolgen möchte.



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Somit kommen wir zum Ende des heutigen Treffens des Club LiterAUTur. Ihr habt alle Buchvorschläge unter die Lupe genommen und könnt nun in den Kommentaren für euren Liebling abstimmen. Wir bedanken uns herzlich für eure Teilnahme. 

Das nächste Treffen findet am 23. August bei Nicole statt. Um es in den Worten von der österreichischen Band OPUS zu sagen: Unser nächstes Thema ist: „Live is Life – Ein Buch eines Autors, den du gerne mal (wieder) live erleben würdest. 



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Au revoir, bye und pfiat eich !

Für heute ist das Clubtreffen schon vorbei.


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War heute etwas für euch dabei? 
Wer ist euer Gewinner?



Quelle Cover: Thalia.at

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