
Im Zuge der Romanceopoly Challenge hab ich was zum Thema Zeit gesucht und bin auf diese viktorianische Time Travel Romance gestoßen. Hab mich sehr darauf gefreut, als das Buch endlich bei meiner Bibliothek verfügbar war und ich es lesen konnte. Es ist dem Trope „Enemies to Lovers“ zugeordnet und das ist zusätzlich zu diesem schönen Cover ein Grund, das Buch zu lesen.
Kurz und knapp: Ich fand das Buch schräg und die Liebesgeschichte überhaupt nicht glaubhaft. Wer sich nun vorstellt, dass man mit diesem Buch eine neue Version des Klassikers „Pride & Prejudice“ in den Händen hält, kann das getrost wieder zur Seite legen. Am schlimmsten fand ich jedoch das Ende. Das, was mich durchhalten hat lassen war der Kriminalfall, der als Nebenhandlung eher geglänzt hat.
Der Reihe nach: In diesem Buch wird Rebecca praktisch in ihren Tagebuchroman, der in der viktorianischen Zeit spielt, hineingezogen und findet sich als Debütantin aus gutem Hause in dem Jahr 1816 wieder. Damit einhergehen zunächst einmal das Unverständnis und auch später die Erkenntnis, der Protagonistin, dass man jetzt in dieser Zeit feststeckt und sich vielleicht mal umschauen und mitspielen muss. Dabei trifft sie unseren Mister Darcy, Reedlan Knox, ein von der Gesellschaft gemiedener Pirat der Krone und mit dem möchte sie den Tod ihrer Freundin Emily aufklären.
Die Idee mit den Zeitreisen fand ich nicht schlecht. Auch wie diese zustande kommt, hat mir gut gefallen. Es ist halt nur so, dass in diesem Buch die Vergangenheit und die Gegenwart, sagen wir 2025, mit ihren ganzen Möglichkeiten und ihrer Ausdrucksweise kollidieren. Dadurch wirken manche Dialoge einfach unpassend und schräg. Von Handlungen brauch ich gar nicht erst anfangen, oder? Oder hat es 1816 schon Tampons und Asthmaspray gegeben? Der Charakter und auch der Leser ist verwirrt und beim Leser kommt das viktorianische Gefühl definitiv nicht auf.
Das Buch gerettet hat der Mordfall rund um Emily. Rebecca vermutet ein Gewaltverbrechen. Gut, dass Knox ihr Nachbar ist und durch seine Tätigkeit ihr gut helfen kann. In Bezug auf das Grobe und in Bezug auf die Kenntnis der kriminellen Unterwelt von 1816. Der Fall war definitiv spannend und hat mich gut unterhalten. Aber als Ermittler taugen beide nicht so wirklich. Wobei das auch an den modernen Hilfsmitteln gelegen haben könnte.
Charaktermäßig fand ich Knox am besten, wobei er auch schon mal ein paar Sprüche geliefert hat, die nicht ganz okay waren. Rebecca hingegen war schräg und hat auch nach ein paar Wochen im Jahr 1816 noch nicht ganz kapiert, dass ein Mobiltelefon nicht in dieses Jahr passt.
Grausam war jedoch das Ende des Buches. Ich saß wirklich da und dachte mir: „Das kann doch nicht dein Ernst sein? Was hast du den da verzapft?!“. Ich will nicht spoilern, daher fällt mir die Formulierung auch so schwer, aber zum Schluss vermischten sich die Jahre, sodass die Gegenwart mehr und mehr an Bedeutung gewann. Und das in einer Art und Weise, die ich überhaupt nicht mochte.
Gelesen, aber definitiv nicht geliebt. 2 Killerherzen.

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