Vor kurzem habe ich "Dorn. Hotel der Angst" von Jan Beck gelesen. Das ist nach „Björk und Brand“ die neueste Reihe des österreichischen Autors. Angesiedelt ist diese ebenfalls in Österreich, genauer gesagt in Bad Gastein. Da steht mehr oder weniger ein verfallenes Hotel, dessen Besitzer, Kriminalpsychologe Simon Dorn, sogenannte Cold Cases, einer genaueren Betrachtung unterzieht und versucht die Fälle zu lösen. Wobei jedes Hotelzimmer einem alten Fall zugeordnet werden kann.
Hinter der Hotelzimmertür 301 verbirgt sich der Serienmörder, der seinen Opfern eine Krone auf die Stirn einritzt. So richtig ins Rollen bringt den Fall Cold Case Ermittlerin beim BK Wien, Karla Hofbauer, als sie zum Opfer des Serienmörders wird. Daraufhin setzt Kriminalpolizistin Lea Wagner alles daran, den Mörder ihrer Kollegin zu finden.
Auf jeden Fall vom Plot her sehr spannend und birgt selbstverständlich für die Folgebände sehr viel Potenzial. Was mir an diesem Thriller gefallen hat, war, wie gut Jan Beck eine beklemmende Atmosphäre schaffen kann und so, einem nichts anderes übrig bleibt, als mit den Charakteren mitzufiebern. Die kurzen Kapitel machen den Rest, weil eigentlich bin ich nur so durch das Buch geflogen. Das Buch lebt auch von seinen Perspektivwechseln, wobei ich ab und zu kurz nachdenken musste: Wen hab ich jetzt da vor mir?
So kurzweilig das Buch auch ist, fühlte sich der Thriller nicht ganz so an, wie beispielsweise jetzt „Das Spiel“ oder andere Bände der früheren Reihe des Autors. Klar ist, dass Simon Dorn gemeinsam mit Karla Hofbauer schon große Vorarbeit geleistet haben, aber dennoch fehlte mir die Ermittlerarbeit unserer Protagonistin. So schien es, als hätten alle Puzzleteile nur so durch Zufall zusammengefunden.
Ab zirka 70 % des Buches kommt so richtig Fahrt in die Handlung. Es wird rasant und auch sehr spannend. Wie gesagt, alles, was Jan Beck kann. Das Ende war für mich zunächst: "nur okay und jetzt?" Einen Tag nach dem Beenden des Buches, versteh ich auch schön langsam, wohin der Autor damit wollte. Mein erster Gedanke war allerdings: „Was hast du da grad gelesen?“ Irgendwie konnte ich mit der Auflösung nicht viel anfangen. Es schien für mich nicht ganz logisch, beziehungsweise einfach nur: „Wieso?!“. Ich kann da nicht mehr sagen, sonst würde ich spoilern. Aber es geht so in die Richtung „Todesspur“ von Andreas Gruber. Und wer die Rezension dazu gelesen hat, weiß, was mir nicht so gefallen hat.
Mit ein bisschen zeitlichem Abstand jedoch kann ich die Auflösung von „Dorn. Hotel der Angst“ verstehen, aber ich bin dennoch kein großer Fan davon.

Hallo Lisa,
AntwortenLöschenich fand den ersten Band auch nur mittelmäßig und wollte dann gar nicht weiterlesen. Meine Bücherei hatte dann aber Band 2 da und ich habe ihn mir geholt und der hat mir um einiges besser gefallen!
Liebe Grüße
Martina
Guten Morgen Martina,
Löschenich kenne es eigentlich bis jetzt nur umgekehrt. Also, dass der erste Band grandios ist und dann der zweite ein wenig schwächelt. Aber die Grundidee gefällt mir richtig gut. Deshalb warte ich mal ab, bis meine Bücherei die Fortsetzung auch da hat.
Liebe Grüße Lisa