Freitag, 16. September 2016

[Secret love] Kapitel 3


Kapitel 3



Genau 4 Tage war es her, seitdem die Band „Street Friendz“ den Auftakt ihrer Europatour im Berliner Olympiastadion gefeiert hatten. Da das Konzert ausverkauft war, waren die Jungs aber auch das Management begeistert davon. Auch ich selbst profitierte, auch mein Blog erfreute sich über die steigende Leserzahl. Schon bald durfte ich mich über ihren 5000. Follower freuen. Für mich war dies ein großer Erfolg. Nie hätte ich geglaubt, dass der Blog, in dem ich über alle wichtigen Neuigkeiten über die Band „Street Friendz“ berichtete, so gut ankommen würde. Auch im Ausland freute man sich über die Aktion. Die „The Independent“ schrieb sogar, dass meine Aktion die größte und schönste war, die es je für eine Band gab. Auch zu Hause geizten die Medien nicht mit Lob. „Bloggerin machte Band sprachlos“ stand zum Beispiel in der „Frankfurter Allgemeine“. Diese Überschrift alleine und die Bilder der Konzertnacht brachten mich zum Lachen. Ich konnte stolz auf mich sein. Krönen könnte es nur mehr Tobias. Er könnte wirklich einmal zeigen, dass er stolz auf seine Freundin ist. Ihre Gedanken wurden vom Klingeln der Türglocke gestört.

Ich stand vom Küchentisch auf und lief zur Tür. Einen kurzen Blick durch den Türspion genügte, um mir ein Lächeln auf meine Lippen zu zaubern. Es war Tobias. Ich schloss die Tür auf und umarmte ihren Freund stürmisch.

»Hey Beauty. Was für eine schöne Begrüßung. Daran kann ich mich gewöhnen«, begrüßte mein Freund mich und beugte sich hinunter um mir einen Kuss auf den Mund zu geben. Ich erwiderte den Kuss und zog ihn näher zu mir heran.

»Ich hab dich vermisst«, nuschelte ich.

»Ich dich auch. Ich habe Frühstück mitgebracht. Ich habe einen Hunger. Du auch?« Nickend umarmte ich meinen Freund.

Zusammen gingen wir in das geräumige Esszimmer und breiteten auf dem Tisch die mitgebrachten Speisen aus.

»Ein Buttercroissant, frisch aus dem Ofen. So wie du es gern hast Beauty.«

»Du weißt halt, was ich mag.« Genüsslich biss ich hinein. Es gab für sie nichts Besseres als ein ofenfrisches Croissant.

»Wie geht es eigentlich mit der Aktion weiter? Du bist ja in aller Munde. Stehst bei jeder Zeitung auf der Titelseite. Hab gar nicht gewusst, dass ich eine berühmte Freundin habe.«

»Nun. Das Eröffnungskonzert im Berliner Olympiastadion war echt schon krass. Die Jungs waren jetzt in der Schweiz. Auch dort war die Aktion geplant. Auch wenn ich nicht persönlich anwesend war, sollten mir meine Projektmitglieder die Bilder geschickt haben, damit ich sie später auf den Blog laden kann. Aber gut, dass du mich erinnerst, denn ich muss meine Mails checken. Vielleicht hat Valerie sie schon gesendet.«

»Ach komm. Es ist Sonntag.«

»Ja und? Das Konzert in der Schweiz ist jetzt 1 Tag her. Bei Blogger gibt es keine geregelten Arbeitszeiten. Hast du das schon vergessen Liebling?«

»Nein. Aber mir kommt es immer mehr so vor, als würdest du den Blog und diese vier Jungs, die du im Übrigen nicht kennst, mir vorziehen. Das kann wohl nicht dein Ernst sein!«, sprach Tobias wütend.

»Meinst du das wirklich ernst? Das bildest du dir ein. Warum soll ich die Band vorziehen. Hör bitte endlich auf zu betonen, dass ich die Mitglieder der Band nicht kenne. Wärst du dabei gewesen, hättest du gesehen, wie sie sich gefreut haben.« Ich wurde nun auch wütend. Wie konnte mein Freund mir das nur unterstellen?

»Ach schade, dass ich nicht dabei war, als du die Jungs angehimmelt hast.«

»Wie bitte? Angehimmelt? Ich bin kein typisches Fangirl, welches bei jedem Augenzwinkern heult und schreit. Ich bin einfach von ihrem Talent überzeugt.«

»Ach wirklich? Du sitzt den ganzen Tag vor dem Computer und durchforstest das ganze Internet für Fotos der Jungs. Ist das nicht fangirlmäßig?«

»Was verstehst du schon. Der Erfolg und die Berichte der Zeitungen geben mir recht und du könntest stolz auf mich sein.«

»Stimmt. Was verstehe ich schon. Ich weiß gar nicht, ob ich meine eigene Freundin verstehe!«

»Anscheinend verstehst du mich echt nicht. Schade.«

»Ja genau. Schade. Dann bleib du bei deinen imaginären Freunden und deinen 5000 Followern.«

»Was soll das heißen Tobi?«

»Ich brauche Abstand. Eine Pause. Melde dich, wenn du wieder normal geworden bist. Ich bin weg.«

Er stand auf und marschierte mit großen Schritten zur Wohnungstür und drosch sie zu. Ich blieb verdattert zurück. Hatte er jetzt mit mir Schluss gemacht? Ich wusste es nicht. doch plötzlich fühlte ich mich allein in der großen Wohnung. Hatte ich meinem Freund, mit dem ich schon so lange zusammen war, nun wegen einer Band verloren. Ich wollte es nicht glauben. Aber ich hatte auch nicht die Kraft dazu ihm hinterherzulaufen.

Geschlagen fiel ich kurze Zeit später in ihren Bürosessel und fuhr meinen PC hoch um die Mails zu checken. Mein Emailaccount zeigte mir nach weiteren 2 Minuten 4 neue Mails an. Darunter befanden sich Werbung für verschiedenste Küchengeräte und eine Mail mit einem Absender, den ich nicht kannte. Normalerweise ignorierte ich Mails, die einen Absender hatten, den ich nicht kannte, doch der Betreff ließ meine Neugierde gegen die Vernunft gewinnen. Ich öffnete sie und las gespannt die Zeilen.



Von: weiss.franziska@fmm.de


Betreff: Dankeschön/Anfrage



Sehr geehrte Frau Auer!



Im Namen der Band „Street Friendz“ bedanken wir uns für die Aktion „Thank you Street Friendz“.  Wir sind durch die Bilder, die auf ihrem Blog veröffentlicht wurden, auf sie gestoßen. Die Jungs haben sich sehr darüber gefreut und wollen sich persönlich für Ihr Arrangement bedanken und sie kennenlernen.



Wir laden Sie also herzlich zu dem Konzert in Italien ein. Das Management hat sich es nicht nehmen lassen, die Eintrittskarten, Hotel inklusive Flug vorab zu bezahlen. Im Anhang befinden sich weitere Informationen dazu.



Sie erhalten sie auch Zutritt zu dem Backstage Bereich, wo sie Jonas, Kevin, Michael und Philipp kennenlernen können.



Bitte geben Sie mir so schnell wie möglich Bescheid.



Mit freundlichen Grüßen



Franziska Weiss

FMM- Fabulous Music Management Deutschland



Ich traute ihren Augen nicht. Ein zweites Mal überflog ich die Zeilen. Sicherheitshalber. Aber es stimmte. Die Jungs wollten mich wirklich kennenlernen. Ich stieß einen lauten Schrei aus. Wahnsinnig vor Freude klatschte ich in die Hände. Meine Hände zitterten. Sofort sendete ich eine Mail an das Management.





Betreff: Re. Einladung/Anfage



Sehr geehrte Frau Weiss!



Vielen Dank für die E-Mail. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Ich nehme Ihr Angebot gerne an und freue mich die Bandmitglieder kennlernen zu dürfen.



Vielen Dank auch für die überaus freundliche Bereitstellung der Tickets, des Fluges und des Hotels.



Ich kann es kaum erwarten Sie alle in Italien kennenzulernen.



Mit freundlichen Grüßen



Sarah Auer

Bandbloggerin



Nachdem ich die Antwort abgesendet hatte, rief meine ihre Freundin an um ihr von dieser Mail zu berichten.

»Unglaublich Sarah. Du hast es dir echt verdient und vor allem hast du die Jungs anscheinend schwer beeindruckt. Das schafft nicht jede und das weißt du«, antwortete Natalie nachdem ich ihr aufgeregt von dieser Chance erzählt hatte.

»Ich weiß und ich freu mich auch so. Das Konzert ist ja schon am Mittwoch und am Dienstag fliege ich schon. Ich bin so aufgeregt. Was ziehe ich bloß an?«

»Keinen Stress. Es ist Sonntag. Morgen hole ich dich ab und wir gehen shoppen, einverstanden?«

»Abgemacht.«

»Dann ist gut. Bis morgen also. Hab noch einen schönen Tag.«



Ich legte auf. Nun hing sie einem Tagtraum über das bevorstehende Italienkonzert nach. Wie wird es wohl sein meine Idole kennenzulernen? Waren die Jungs so nett, wie sie sich in den Interviews gaben? All diese Fragen würden am Mittwoch geklärt werden. Ein Tag den ich nicht so schnell vergessen werde.

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Hallo! Wie gefällt euch bis jetzt die Geschichte? Habt ihr irgendwelche Vorschläge? LG Lisa
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