Dienstag, 30. August 2016

[Secret love] Prolog



Prolog

3 Monate zuvor.

»Wie lange willst du das noch machen, Sarah?«
»Was machen?«
»Na diese Fanaktion für diese Band«, antwortete mein Freund Tobias schon leicht gereizt.
»Du weißt, dass ich die Fanaktion ins Leben gerufen habe. Ohne mich, hätten die ganzen Fans da draußen keine Möglichkeit ihren Idolen zu danken. Schon vergessen Tobi?«
»Nein habe ich nicht. Ich finde es nur schade, dass du mehr Zeit für diese 4 Jungs aufbringst, die dich nicht kennen, anstatt mit mir, deinem Freund.«
»Was soll das heißen? Du weißt, dass diese Aktion für mich und vor allem für die Beständigkeit des Blogs wichtig ist. Hast du nicht gemeint, dass du mich durch diese 9 Monate unterstützen und in Kauf nehmen wirst, dass ich weniger Zeit für dich habe? Was ist daraus geworden?«
»Ich unterstütze dich doch noch immer. Ich finde nur, dass du mehr Aufgaben an Marie abgeben könntest. Umsonst ist sie ja nicht deine Partnerin für dieses Projekt.«
»Schon und ich bin ihr auch ehrlich dankbar, dass sie das in Italien für mich in die Hand genommen hat, doch ich habe gern die Kontrolle über Dinge, die ganz leicht aus dem Ruder laufen können. Verstehst du das nicht?«
»Ganz ehrlich? Nicht wirklich. Für mich ist es einfach unbegreiflich, wie man so viel Zeit in etwas investieren kann, wo man nicht sicher sein kann, ob man es gedankt bekommt.«
»Wenn du die Kommentare auf meinem Blog gelesen hättest, wüsstest du, dass die Fans mir sehr dankbar sind. Ob es die Band ist, weiß ich nicht, aber in glückliche Gesichter der Fans zu blicken, macht mich schon richtig glücklich. Damit weiß ich, dass ich das Richtige tue.«
»Das Richtige? Das ich nicht lache. Du sitzt jeden Tag 10 Stunden vor dem PC oder telefonierst mit Menschen, die dich nicht kennen um den Transport irgendwelcher Materialien zu koordinieren. Was ist daran richtig?«, fragte Tobias spöttisch.

Stille entstand. Mir fehlten die Worte. Wie konnte mein Freund jetzt nicht hinter mir stehen und mich unterstützen? War doch er derjenige, der mich dazu ermutigt hatte. Ich war nur geschockt. Klar hatte ich momentan weniger Zeit für ihn, doch müsste es ihn nicht stolz machen, wenn er später das Ergebnis meiner harten Arbeit sehen würde. Es musste. Er musste stolz sein. Darum schluckte ich meine aufkommende Wut auf ihn runter.

»Halte nur noch wenige Monate durch. Du weißt wie wichtig das für mich ist und du weißt, dass ich dich liebe. Weißt du was? Am Wochenende gehen wir aus. So wie vor dem ganzen Stress. Nur wir beide, ohne Handy. Was sagst du dazu?«, schlug ich versöhnlich vor.
»Meinetwegen. Etwas Ablenkung kann uns beiden nicht schaden.« Er kam auf mich zu und nahm vorsichtig meine Hand. Er sprach mit ruhiger Stimme, obwohl seine Augen verdächtig blitzten. Dafür war ich ihm sehr dankbar, denn mehr Stress konnte ich nun echt nicht gebrauchen.
»Schatz tut mir leid. Das weiß ich doch, aber du musst auch mich verstehen. Ich bin es nicht gewohnt dich mit jemanden zu teilen. Ich lieb dich doch auch. Also Samstag. Ist dir 19 Uhr bei "Giovannis" recht?«, willigte er ein.
»Mehr als recht Tobi.« Ich küsste ihn.
»Dann lass ich dich mal.« Tobias küsste mir auf die Stirn und verließ das Zimmer.

Zufrieden widmete ich mich meiner Arbeit zu. So schön es auch klingen mag, dass Tobias mich nun versteht, doch so ganz konnte ich dem Frieden nicht trauen. War das nur der Anfang vom Sturm?

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